Agglomerationsprogramm Rheintal

Was ist ein Agglomerationsprogramm?

Das Agglomerationsprogramm ist ein innovatives Instrument der Schweizer Raumentwicklungspolitik. Es zeigt auf, wie Siedlungsentwicklung und Verkehr wirkungsvoll aufeinander abgestimmt werden können – unter Berücksichtigung der Landschaft. Es sollen gemeinde-, kantons- und landesübergreifend die Verkehrssysteme der Agglomerationen verbessert und die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung besser koordiniert werden.

Generationen

Das Agglomerationsprogramm wird in Generationen erarbeitet. Alle vier Jahre kann eine neue Generation eingereicht werden. Wichtig ist der rote Faden und die Kohärenz zwischen den einzelnen Generationen.

Aggloprogramm 5. Generation

Schwerpunkt Strategien Siedlung und Klimawandelanpassung

Das Agglomerationsprogramm 5. Generation wird seit Herbst 2022 bearbeitet. Schwerpunkte der inhaltlichen Arbeit sind folgende Vertiefungen:

  • Siedlung
    Grundlegende Weiterentwicklung der Teilstrategie: Etablierung von Entwicklungsschwerpunkten in den urbanen Räumen zu den Themen Wohn- und Mischnutzung, Bahnhofsgebiete sowie Arbeiten (Betriebsgebiete)
  • Klimawandelanpassung
    Erarbeitung eines Klimwandelanpassungskonzepts mit dem Schwerpunkt Hitze, Ergänzung des Agglomerationsprogramms um eine Teilstrategie Klima
  • Schwachstellenanalyse Fussverkehr
    Erarbeitung fehlender Schwachstellenanalyse in Altach, Mäder, Koblach, Meiningen, Höchst, Gaissau und Rankweil. Aktualisierung der bestehenden Schwachstellenanalysen in den übrigen Gemeinden
  • Parkraummanagement
    Durchführung eines Agglo-Workshops, Start des Prozesses Regionales Parkraummanagement Naherholung

Arbeitsprogramm und Termine

Die Erarbeitung erfolgt in enger Abstimmung mit den Vereinsmitgliedern (Gemeinden, Kanton und Land). Folgende Schritte sind vorgesehen:

  • Vernehmlassung: Möglichkeit zur Stellungnahme für Mitglieder
  • Öffentliche Mitwirkung/Einbezug der Bevölkerung im Herbst 2024
  • Finalisierung des Agglomerationsprogramms
  • Beschluss des Agglomeratiosprogramms
    • Mitgliederversammlung  
    • Zustimmung durch die Mitgliedsgemeinden (Gemeinderats- / vertretungsbeschluss)
    • Zustimmung durch das Land Vorarlberg
    • Beschluss zur Abgabe an den schweizerischen Bund durch den Regierungsrat St.Gallen
  • Einreichung beim schweizerischen Bund: 30. Juni 2025

Das eingereichte Programm wird anschliessend durch das Zuständige Bundesamt geprüft und dem Parlament zum Beschluss vorgelegt. Diese Entscheidung ist in der zweiten Jahreshälfte 2027 zu erwarten. Die eingegebenen Massnahmen müssen 2028–2032 umgesetzt werden.

Visualisierung Fuss- und Velobrücke Au–Lustenau

Aggloprogramm 4. Generation

Velobrücken - sichere Verbindungen für den Fuss- und Veloverkehr

Das Agglomerationsprogramm 4. Generation ist das erste Rheintaler Agglomerationsprogramm, das vom schweizerischen Bund unterstützt wird. Das AP4 wurde in einem gemeinsamen grenzübergreifenden Prozess über mehrere Jahre erarbeitet. 

Die Agglomeration Rheintal hat für den Ausbau notwendiger Verkehrsinfrastrukturen beim schweizerischen Bund ein Massnahmenpaket eingereicht. Kurzfristig (zwischen 2024–2028) realisiert werden sollen 3 Einzelmassnahmen (Investitionskosten über 5 Mio. Franken) und rund 60 Pauschalmassnahmen (Investitionskosten pro Massnahme unter 5 Mio. Franken) mit einem gesamten  Investitionsvolumen von rund 79 Mio. Franken. Der schweizerische Bund beteiligt sich mit rund 23.6 Millionen Franken an der Realisierung dieser Vorhaben.

Dabei liegt der Fokus auf Massnahmen im Bereich Fuss- und Veloverkehr und bei der Aufwertung Hauptstrassen entlang der Dörfer und Städte (Lebensadern). Sichere Strassenräume und Infrastruktur stehen dabei im Mittelpunkt. Besondere Strahlkraft haben zwei den Rhein querende Schlüsselprojekte, nämlich je eine neue Fuss- und Velobrücke zwischen Au und Lustenau sowie zwischen Widnau und Diepoldsau. Ebenfalls sind kurzfristig realisierbare Massnahmen im öffentlichen Verkehr geplant. 

Zukunftsbild

Zukunft
Zukunft Landschaft
Zukunft Siedlung
Zukunft Verkehr

Wie sieht das Rheintal 2040 aus?

Auf diese Frage versucht das Zukunftsbild Antworten zu geben. Textlich ausgedrückt heisst dies: Die Rheintalerinnen und Rheintaler wohnen 2040 entweder in städtisch geprägten oder in sanft entwickelten dörflichen Gebieten. Sie nutzen unterschiedliche Verkehrsmittel, je nach Zweck und Distanz. Sie kommen schnell und bequem auf gut ausgebauten Wegen zu Fuss oder mit dem Velo voran. Bus und Bahn fahren oft und das Umsteigen geht einfach und schnell. Die meisten Erwachsenen verzichten auf den Besitz eines eigenen Autos und nutzen die Sharing Angebote.

Die Rheintalerinnen und Rheintaler profitieren davon, dass die beiden Autobahnen im Unteren und im Mittleren Rheintal über zwei leistungsfähige Strassen miteinander verbunden sind. Größere Arbeitsgebiete sind über neue Entlastungsstrassen direkter mit den Autobahnen verbunden. Dadurch gibt es in den Ortszentren spürbar weniger Transitverkehr und vor allem weniger Lastwagen. Dank dem Hochwasserschutz-Projekt Rhesi sind die Rheinvorländer sehr attraktive Orte. Menschen nutzen sie, um sich zu erholen und ihre Freizeit dort zu verbringen. Und auch für die Natur mit ihren Pflanzen und Tieren gibt es mehr Platz.

 

Das Zukunftsbild beschreibt die gemeinsame Vision für unseren Lebensraum Rheintal. Es stellt die zentralen raumplanerischen Herausforderungen des Rheintals dar.

In unserem polyzentrischen System von Städten und Gemeinden beidseits des Rheins müssen für die Zukunft die richtigen Entwicklungsschwerpunkte gesetzt und das erwartete Wachstum mit einer konsequenten Innenentwicklung in die richtigen Räume und Schwerpunkte gelenkt werden. Hierfür ist ein nachhaltiges Verkehrssystem zu entwerfen und umzusetzen, das den ÖV stärkt, die grossen Potenziale des Radverkehrs im Alltag nutzt und zentrale Lücken im Strassennetz schliesst.