Mit dem Radverkehrs-Monitoring erhob Velotal Rheintal Radverkehrsdaten an definierten Standorten, insbesondere an den Grenzübergängen Schweiz–Österreich, und bereitete Rohdaten bestehender Dauerzählstellen im Projektperimeter auf. Die Resultate wurden ausgewertet, unter Berücksichtigung der Witterung interpretiert, mit den Erhebungen von 2016 verglichen und in einem Monitoringbericht zusammengeführt.
Die Auswertungen machten deutlich, dass sich rund 40% des grenzüberschreitenden Veloverkehrs auf drei Übergänge konzentrierten, die ausschliesslich für Fuss- und Veloverkehr offen sind (Gaissau–Rheineck, Grüne Grenze beim Bruggerhorn, Rohr Diepoldsau–Lustenau). Insbesondere bei der Brücke Gaissau–Rheineck liess sich anhand der Zahlen ein Einfluss des Bodenseeradwegs ableiten, unter anderem durch Tagesverläufe, die sich vom typischen Pendlerverkehr unterscheiden. An den übrigen Grenzübergängen variierte der Veloanteil je nach Standort zwischen ca. 2% und 31%; insgesamt lag der Schwerpunkt des grenzüberschreitenden Veloverkehrs klar nördlich von Kriessern/Mäder (über 80% des Veloverkehrs).
Im Vergleich zur Erhebung 2016 stieg der Veloanteil von 8,1% auf 8,8% (2023) leicht an. In der Summe zeigten sich damit seit 2016 keine wesentlichen Veränderungen im grenzüberschreitenden Veloverkehr. Auffällige Unterschiede an einzelnen Zählstellen mit niedrigen Frequenzen waren plausibel, da kurze Messdauern (Tages- oder Wochenzählungen) stärker auf Einflüsse wie Wetter und Wetterprognosen, Ferien, Feiertage oder Baustellen reagieren und prozentuale Effekte bei kleinen Zahlen schneller gross wirken. Ergänzend wurden Messungen an fünf weiteren Standorten (Gaissau, Höchst, Lustenau, Widnau und Diepoldsau) durchgeführt, um für künftige Infrastrukturvorhaben einen belastbaren Referenzzustand zu schaffen.