Die Verfügbarkeit von Parkplätzen beeinflusst massgeblich die Wahl des Verkehrsmittels. Überfüllte Parkplätze führen zu Ausweichverkehr, Wildparkieren in sensiblen Gebieten und Belastungen für Natur und Siedlung. Im Agglomerationsprogramm haben wir uns das Ziel gesetzt, den Autoverkehr zu steuern und dessen negative Auswirkungen zu reduzieren. Die Agglomeration Rheintal hat daher beschlossen, das Parkraummanagement an Naherholungs- und Freizeitzielen gezielt und gemeinsam anzugehen.
Das Projekt verfolgte zwei Ziele: Erstens sollte eine regionale Charta mit gemeinsamen Leitlinien entstehen, an denen sich alle Mitgliedergemeinden orientieren. Zweitens sollten fachliche Grundlagen und praktische Instrumente erarbeitet werden, die die Gemeinden für eigene Projekte nutzen können.
Die Charta ist das zentrale Dokument des Projekts und wurde von den Mitgliedergemeinden gemeinsam erarbeitet. Sie legt acht Leitlinien fest, die das regionale Parkraummanagement an Naherholungszielen prägen: die regionale Koordination von Massnahmen, die Steuerung von Angebot und Nachfrage, die Lenkung von Verkehr durch zeitliche und monetäre Bewirtschaftung, transparente Kommunikation, die Vermeidung von Verlagerungseffekten, die Bekämpfung von Wildparkieren, gemeindeübergreifende Kontrollen sowie die Förderung von öffentlichem Verkehr und Velo- und Fussverkehr. Mit dem Beschluss der Charta an der Vereinsversammlung vom 24. März 2026 bekennen sich alle Mitgliedergemeinden, diese Leitlinien in ihren Tätigkeiten zu berücksichtigen.
Die folgenden Produkte des Projekts dienen den Gemeinden als fachliche Grundlagen und Orientierungshilfen für die Erarbeitung eigener Parkraummanagement-Projekte:
Im Projektverlauf zeigte sich die grosse Vielfalt der Anforderungen: Unterschiedliche Nutzungsdauern, Zielgruppen und lokale Situationen machen standardisierte Lösungen schwierig. Der Handlungsdruck ist zudem nicht in allen Gemeinden gleich hoch. Verschiedene Gemeinden signalisierten Interesse an einer regionalen Abstimmung oder sind bereits an der Umsetzung von Projekten im Bereich Parkraummanagement. Die meisten fokussieren sich thematisch aber nicht ausschliesslich auf Naherholung und Freizeit, sondern gehen das Thema ganzheitlicher an.
Der VAR wird das Thema weiter begleiten, unter anderem im Rahmen des jährlichen Reportings bei den Gemeinden sowie einer ERFA-Veranstaltung in zwei bis drei Jahren zu erfolgreich umgesetzten Beispielen.